PFARRKANZLEI

Die Pfarrkanzlei ist zuständig für die Ausstellung und Verwaltung aller kirchlichen Dokumente, für alle,

die in der Pfarre Gloggnitz ihren ordentlichen Wohnsitz haben.

Unsere Öffnungszeiten

Dienstag      9.00 - 12.00   und   14.00 - 18.00 (!)

Mittwoch     9.00 - 12.00   und   14.00 - 16.00

Freitag        9.00 - 12.00   und   14.00 - 16.00

 

Hier unser Service in Übersicht:

Anmeldung einer Taufe

Sie benötigen:
  • den Meldezettel

  • bei Kindern von kirchlich getrauten Eltern:

die Geburtsurkunde des Kindes

den Trauschein der Eltern

die Taufscheine der Eltern

  • bei Kindern von nur standesamtlich verheirateten Eltern:

die Geburtsurkunde des Kindes

die standesamtliche Heiratsurkunde der Eltern

die Taufscheine der Eltern

  • bei Kindern von nicht verheirateten Eltern:

die Geburtsurkunde des Kindes

die Taufscheine der Eltern

  • den Tauf- und Trauschein des Taufpaten

Einen Termin für die Feier und für das Taufgespräch vereinbaren Sie bitte in der Pfarrkanzlei.

Anmeldung einer Trauung

von beiden Brautleuten werden benötigt:
  • Taufschein
  • Geburtsurkunde
  • Meldezettel
  • Standesamtliche Heiratsurkunde bzw. Scheidungsurteil
  • Sterbeurkunde eines früheren Partners bzw. Todeserklärung
  • Trauschein einer Vorehe

Einen Termin für die Feier und für das Trauungsgespräch vereinbaren Sie bitte in der Pfarrkanzlei.

Eintragung eines Firmvermerks

Kommen Sie bitte mit dem Taufschein in den Pfarrhof

Ausstellung einer Geburtsurkunde

bis Jahrgang 1938

 

INHALTLICHES ZUR TAUFE

Die Kindertaufe?! Der Taufpate Der Namen - Namenstag

 

Ein Mensch ist geboren. Seine Lebensgeschichte hat begonnen. Was für eine Geschichte wird sie werden? Eltern, Familie und Freunde werden sicherlich alles tun, dass die Lebensgeschichte den bestmöglichen Weg nimmt. Doch - vieles kann man nicht steuern, nicht vorhersehen, nicht beeinflussen. Alle werden das beste für das Kind versuchen, aber was wirklich daraus wird...

Als Christen haben wir die Hoffnung, dass wir bei all dem nicht auf uns allein gestellt sind. Wir glauben, dass ein liebender Herrgott Herr des Lebens, des Liebens und der Welt ist. Es ist ein Gott, der zum konkreten Menschen sein "JA der Liebe" sagt. "Noch ehe ich Dich im Mutterleib formte, habe ich Dich ausersehen, noch ehe Du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich Dich geheiligt. Fürchte Dich nicht; denn ich bin mit Dir um Dich zu retten" (Jer 1, 5a.8), sagt dieser Gott zum Menschen. Inmitten einer Welt, die von Zerstörung (Umwelt etc.), Ungerechtigkeit und Schuldverstrickung gezeichnet ist (die Theologie nennt das "Erbsünde"), gibt Gott sein Versprechen des Lebens.

Als Christen bekennen wir uns zum Mensch-gewordenen Gott Jesus Christus. Es war einer, der Unheil und Dunkelheit der Welt am eigenen Leib gespürt hat, aber in voller Entschlossenheit dagegen aufgetreten ist. Er ist den Weg des Liebens und Lebens für uns vorausgegangen. Dadurch hat er aber auch die Macht, die das Böse nun mal an sich hat, endgültig gebrochen. Mit diesem Jesus wird der Mensch in der Taufe untrennbar verbunden. Durch ihn hat Sterben, Unheil und Tod nicht das letzte Wort - durch ihn ist der Christ ein von allem Bösen ("Sünde") "erlöster Mensch", er bekommt von Gott "Leben in Fülle" geschenkt. Die Liturgie nennt dies "in der Taufe neugeschaffen" oder "Leben aus Wasser und Heiligem Geist".

Mit der Taufe wird der Mensch auch in die Gemeinschaft der "Erlösten", in die Kirche aufgenommen - bei uns ganz konkret in die "Kirche von Gloggnitz". Der Christ ist damit Teil einer Gemeinschaft, die - in all ihren Schwächen und Fehlern - versucht, den Lebensweg mit diesem das Leben schenkenden Gott zu gehen. Daher ist Taufe nur im Rahmen einer christlichen Gemeinde möglich.

In der Taufe verspricht der Herrgott mit äußerlichen Zeichen, dass er auf den Menschen sein Leben lang liebevoll schauen wird.

 

Die Kindertaufe?!

Manche Eltern stellen sich die Frage, ob sie ohne Einwilligung des Kindes die Taufe erbitten sollen. Ähnlich, wie sie die Auswahl eines Arztes, des Kindergartens, oder vieler anderer Lebensumstände treffen, tun sie das auch bei der Taufe. Bei einer Kindertaufe hat dies jedoch zur Folge, dass es in ihrer Verantwortung liegt, der Taufe Inhalt zu geben, das heißt, dem Kind Gott auch näher zu bringen. Eine Taufe, ohne dass das Kind eine Chance hat, Gott kennenzulernen, ist nicht sinnvoll. Daher wird bei der Tauffeier auch nach der Glaubensüberzeugung der Eltern und Paten gefragt. Nach menschlichem Ermessen ist anzunehmen, dass das Kind damit dann aufwächst.

Nur wenn das Kind ein Leben mit Gott wirklich von innen kennenlernt, kann es sich später einmal auch selbst dafür oder dagegen entscheiden. Ich kann schließlich auch nicht sagen, das Kind solle einmal selbst entscheiden, ob es Musik mag, ohne ihm diese jemals vorzuspielen.

Wenn sich nun Eltern aus echtem Verantwortungsbewusstsein den Anforderungen nicht gewachsen fühlen, welche eine religiöse Erziehung des getauften Kindes an sie stellt, was spricht dann für die Taufe des Kindes? Ein Kind wird auch dann nicht in ein religiöses Vakuum hineingetauft, wenn in einer Pfarrgemeinde gläubige Menschen für die Taufe gutstehen wollen und den Eltern ihre Hilfe anbieten. Dabei kommt dem Taufpaten eine besondere Aufgabe zu, er soll ein Glaubensfreund des Kindes werden. Auch im Kindergarten, im Religionsunterricht der Schule, in den außerschulischen Kommunion- und Firmgruppen und bei den Kindergottesdiensten ist reichlich Gelegenheit, dem Kind religiöse Impulse zu vermitteln. Und ist in diesem Zusammenhang die Taufe der Kinder nicht insgesamt für Eltern und Familie eine Chance, die Welt des christlichen Glaubens in neuer, vertiefter Sicht kennenzulernen?

 

Der Taufpate

Die meisten Eltern nehmen die Wahl der Paten sehr ernst. Paten sind so etwas wie geistige Mütter oder Väter für die Kinder. Und so suchen Eltern meist jemanden zum Paten aus, von dem sie sich eine Ergänzung und zusätzliche Stütze erwarten können: Sie wählen meist jemanden aus, der dem Kind durch seine Art und seine Persönlichkeit zusätzlich Impulse für seine seelische Entwicklung geben kann.

Es ist heute beim Paten - Gott sei Dank - weniger die Frage nach reichlichen Geschenken im Vordergrund, sondern ob jemand Zeit für das Kind und Interesse am Kind finden kann.

Geschenke können dabei schöne Zeichen der Verbundenheit sein. Jedoch sollen sie sinnvoll gewählt sein. Vor der Geschenkauswahl sollte man sich fragen: Was tut meinem Taufkind gut? Was braucht es wirklich? Wird auch in meinem Geschenk mein Amt als Taufpate deutlich (Das ist nicht in der finanziellen Größe messbar!)? Wie wär’s z. B. mit einer selbst gestalteten Taufkerze, einem persönlich gebasteltes Taufandenken oder später einmal mit einem Zeitgutschein (3 gemeinsame Sonntage verbringen, ...) - der Phantasie sollen keine Grenzen gesetzt sein - der Geldbörse schon!

Was oft nicht im allgemeinen Bewusstsein ist: Paten sollen dem Kind auch helfen, in der christlichen Gemeinde heimisch zu werden. Sie sollen eine Verbindung zur Kirche fördern, ein "Glaubensfreund" des Kindes werden. Da ist eine Fülle von Gesprächen, vor allem aber aktives Vorleben wichtig!

 

Der Name - Namenstag

Meist schon während der Schwangerschaft überlegen die Eltern, wie ihr Kind heißen soll. Es ist ein fundamentales Recht der Eltern, ihrem Kind einen Namen zu geben. Daher haben sie auch das Recht, es mit Namen am Beginn der Tauffeier der versammelten Gemeinde vorzustellen (Pfarrer: "Welchen Namen habt Ihr Eurem Kind gegeben?")!

Bei Christen hat der Name aber eine noch weit tiefere Bedeutung. Der Name ist ja nicht nur dazu da, zwei Personen voneinander zu unterscheiden - da würden Nummern ausreichen. Der Name meint den ganzen Menschen, seine Individualität, seinen Charakter, seine Bedürfnisse, Vorlieben, Stärken und Schwächen. Er meint den Menschen ganz! Gott sagt: "Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir!" (Jer 43,1).

Auch ist man als Christ nach einem Heiligen ("Namenspatron") benannt. So ist es guter, christlicher Brauch, dessen Gedenktag als "Namenstag" des Kindes zu feiern. So könnte an diesem Tag eine kleine Familienfeier, die brennende Taufkerze, eine Segnung (wie bei der Taufe: ein kleines Kreuzerl auf die Stirne zeichnen) oder Ähnliches das Kind daran erinnern, dass Gott zu ihm in der Taufe sein JA der Liebe gesagt hat!

Was die verschiedenen Namen bedeuten und die Geschichte des Heiligen finden Sie auch im  Ökumenischem Heiligenlexikon