HOKE-KAPELLE

Die "Hokekapelle", auch "Turmkapelle" genannt, ist mit Fresken von Giselbert Hoke ausgestaltet. Sie ist ein Raum für Meditation, in dem die altgewohnte Sprache des Bildes zu stiller Versenkung einlädt.

Die Düsternis des lichtarmen Raumes erweckt Erinnerungen an die Katakomben früher Christen mit Nischen und einfachen Wandmalereien, ein Eindruck, der durch die dunklen, gedeckten Farben noch verstärkt wird. Die Darstellungen zeigen Joseph, die Flucht nach Ägypten, Maria mit dem Kind, die Sphinx, eine Kreuzigungsszene mit Gewand und Würfel, die Frauen am Grabe. Über allem das Auge Gottes. 

In der Nische das Leiden der Getreuen unter der drohenden Gewalt des Antichrist. Rechts davon die Stadt mit ihren hohen Mauern und den Toren, die Stadt, in der der Herr wartet, bereit, die zu empfangen, die sich das Recht erwarben, durch ein Tor hineinzugehen.

Hokes Werk gehört zu den großen malerischen Leistungen der Gegenwart im Kirchenraum. Getragen ist diese Malerei von einem wahrhaft religiösen Ernst. Geistig stellt eine solche Kapelle die willkommene Ergänzung zu unserer hell und „funktionell“ gedachten, weiträumigen Kirchen dar.